Die ORF-Reihe Dok 1 widmet sich gesellschaftspolitisch relevanten Themen. Mit der Folge „Leben in der Gefahrenzone“ wurde eine besonders sehenswerte Dokumentation ausgestrahlt.
Lisa Gadenstätter begibt sich darin auf eine Reise quer durch Österreich und trifft Menschen, die in sogenannten Gefahrenzonen leben. Sie kommt dabei in Gebiete, in denen bereits seit Generationen Häuser in Gefahrenzonen bewohnt werden, in Gebiete, in denen neu renovierte Häuser zerstört wurden und in Gebiete, in denen große neue Bebauungspläne – trotz bekannter Gefährdung und wichtiger Retentionswirkung – verfolgt werden.

Die Erlebnisse der Menschen machen die auf Karten oft abstrakt wirkenden Zonen greifbar und zeigen auf, was es wirklich bedeutet, wenn die Gefahr zur Realität wird. Schäden an Gebäuden, ganzen Siedlungen, im tragischsten Fall Menschenleben, die gefährdet werden. Die Einsatzkräfte konnten Schlimmstes verhindern. Was nach den Aufräumarbeiten bleibt, ist das psychisch belastende Erlebnis – und die Frage: Warum wurde dort überhaupt gebaut?
Dabei wird klar: Gefahrenzonen sind keine natürlichen Gegebenheiten – sie entstehen durch menschliches Handeln. Erst wenn der Mensch dort baut, wohnt und wirtschaftet, werden Naturereignisse wie Hochwasser und Muren zum Risiko. Die Dokumentation zeigt, wie wichtig es ist, bestehende Gefahrenzonenplanungen ernst zu nehmen, um das Risiko nicht weiter zu verschärfen.

Das kann jede Einzelperson für sich tun, indem man beim Kauf oder Bau eines Gebäudes Informationen zur bestehenden Gefährdung beachtet. Gemeinden tragen eine besonders große Verantwortung und können durch sorgfältige Raumplanung, in der vorhandene Gefahrenzonenpläne beachtet werden, und durch umsichtiges Vorgehen bei Widmungen und Baurechten aktiv zur Risikovermeidung beitragen.
Die Gefahrenzonenplanung ist dabei ein wichtiges Instrument zur Kommunikation: Warum darf an einem bestimmten Ort nicht gebaut werden? Damit Situationen wie jene, die die Doku zeigt, gar nicht erst entstehen.
Wir empfehlen: Dok 1 „Leben in der Gefahrenzone“ anschauen – und sich fragen: Wie wollen wir in Zukunft mit dem Risiko umgehen, das wir selbst erzeugen?
